Immobiliendarlehensvertrag – letzte Möglichkeit zum Widerruf

Berlin, den 9. Oktober 2015. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf (18/5922) zur Umsetzung der Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie (EU-Richtlinie 2014/17/EU) vorgelegt, der die Vergabe von Immobilienkrediten umfassend neu regeln soll. Laut Begründung soll dadurch ein „hohes Verbraucherschutzniveau“ erreicht werden. Genau das Gegenteil ist der Fall: Das verbraucherfreundliche „ewige Widerrufsrecht“ bei fehlerhafter Belehrung wird beseitigt. Die Umsetzung der Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie führt somit zur Abschaffung des „ewigen Widerrufsrechts“ zum 21. März 2016. Danach könnten alle bis Juni 2010 geschlossenen Kreditverträge nicht mehr wegen einer falschen Widerrufsbelehrung widerrufen werden. Jegliche Vorteile des Widerrufs ließen sich dann nicht mehr realisieren. Im laufenden Gesetzgebungsverfahren wird zwar diskutiert, ob es für Altverträge eine Übergangsfrist geben soll, wonach ein Widerruf trotz Gesetzesänderung für alte Immobiliendarlehen noch eine gewisse Zeit möglich ist. Aktuell soll diese Frist allerdings nur drei Monate betragen, so dass auch Altverträge ab dem 21. Juni 2016 trotz einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung nicht mehr widerrufen werden können. Jegliche Vorteile des Widerrufs ließen sich dann nicht mehr realisieren.

Ewiges Widerrufsrecht erleichtert Umfinanzierung

Fast alle Banken und Sparkassen haben ihre Kunden in der Vergangenheit falsch oder unzureichend über deren Widerrufsrecht belehrt, sodass Darlehensverträge noch heute widerrufen werden können – selbst, wenn sie bereits beendet sind. Dadurch können Bankkunden umfinanzieren und zinsgünstige Kredite zu aktuellen Konditionen aufnehmen, ohne eine – häufig weit überhöhte - Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Ist die Vorfälligkeitsentschädigung bereits bezahlt worden, kann diese zurückgefordert werden.

Schnelles Handeln sichert Geld

Angesichts der kurzen Zeit in der ein Widerruf noch möglich ist, sollte man schnell handeln, um die gegenwärtige Rechtslage zu nutzen. Die Chancen stehen gut, denn die große Mehrzahl der Verträge aus den Jahren 2002 bis 2010 ist widerrufbar. Unsere Erfahrungen aus tausenden „Widerrufsmandaten“ zeigen, dass das Einsparpotential nach einem erfolgreichen Widerruf erheblich ist. Und wer bereits eine  Vorfälligkeitsentschädigung zahlen musste, weiß um den meist sehr hohen Betrag, den er zurückfordern kann.